Entwicklung und Produktion von Kautschuk-Mischungen
 

Fast alles ist möglich

Die RADO ist ein echter Spezialist in der Herstellung von Fluor- und Silikonkautschuk-Mischungen. Darüber hinaus kennt die RADO sich aber auch mit allen übrigen Kautschuktypen bestens aus. Im Hauptwerk produziert RADO im Jahr mehrere tausend Tonnen Mischungen, die auf der Basis von Natur-, Nitril-, Chloroprenkautschuk und weiteren Varianten fußen. Ohne an dieser Stelle näher auf alle weiteren ca. 20 Arten eingehen zu wollen, nachfolgend immerhin einige wesentliche Charakterisierungen:


Naturkauschuk (NK oder auch NR),
der Ursprung der gesamten Kautschuktechnologie, ist letztendlich ein alter, nachhaltiger Rohstoff, der auf Plantagen geerntet wird. Naturkautschuk vereint alles, was mit dem Begriff Gummi-Elastizität zu tun hat. Die meisten Theorien der Gummi-Elastizität wurden auf Naturkauschuk erarbeitet. Vulkanisate aus NK weisen bei geeignetem Mischungsaufbau hohe Festigkeit und Weiterreißfestigkeit (Dehnungskristallisation) sowie eine Kälteflexibilität bis ca. -50°C auf. Durch Dehnungskristallisation (Beginn bei 200% Dehnung, abgeschlossen bei 400%) erreichen selbst ungefüllte bzw. schwach gefüllte NK-Vulkanisate (auch Paragummi genannt) ein hohes Festigkeitsniveau. Naturkautschuk ist in der Ausgewogenheit seines Eigenschaftbildes von keinem synthetischen Kautschuk übertroffen.

Anwendungen: Reifen, Puffer, Formartikel, Profile.

Polychloropren (CR)
hat eine Struktur, die dem NK sehr ähnlich ist. Es gibt Typen mit verschiedenen Kristallisationsneigungen. Eigenschaften: Ozon-, Wetter-, Alterungs- und Chemikalien- sowie eine gute Strahlenbeständigkeit. Einsatztemperaturbereich: -20°C bis +120°C.

Anwendungen: Kabel, Schläuche, Kernkraftwerkleitungen, Gewebegummierungen und -beschichtungen, Dichtungen, Auskleidungen, Abdeckbahnen.

Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR)
Die zahlreichen Typen von Elastomeren unterscheiden sich durch den Acrylnitril-Gehalt (ACN) und die Viskosität. Das wichtigste Eigenschaftsbild, die Beständigkeit gegen unpolare oder leicht polare organische Substanzen - wie z.B. Benzin, Mineralöle, Schmierfette, pflanzliche und tierische Fette oder Öle - wird durch den ACN-Gehalt geprägt. Weitere Eigenschaften: gute Abriebbeständigkeit, niedrige Gasdurchlässigkeit (Permeation) und Verträglichkeit mit polaren Thermoplasten (z.B. PVC). Dauereinsatztemperatur: +60°C.

Anwendungen: Dichtungen, Membranen, Walzenbezüge, Schläuche, Förderbänder, Brems- und Reibbeläge, Gewebebeschichtungen.

Hydrierter Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (HNBR)
Durch die Hydrierung von NBR wird HNBR hergestellt. Dadurch werden die bei NBR erwähnten Eigenschaften gesteigert und die maximale Einsatztemperatur steigt auf +150°C. Das Polymer zeigt eine deutliche Dehnungskristallisation. Vollhydrierte Typen werden peroxidisch vernetzt. Eigenschaften: Heißluftbeständigkeit, Rohölbeständigkeit, Beständigkeit gegen additivierte Öle, Hydraulikflüssigkeiten, Bremsflüssigkeiten sowie gegen sour gas (saures Gas). Teilhydrierte Typen zeigen ein abgeschwächteres Eigenschaftsbild, können dafür aber auch mit Schwefel vernetzt werden und haben somit eine höhere Weiterreißfestigkeit (besserer Abrieb bei höheren Temperaturen).

Anwendungen: Schläuche, Dichtungen, Formartikel, Reibbeläge, Extrudate, Dichtungen im Erdöl-Förderbereich.

Ethylen-Propylen-(Dien)-Kautschuk (EP(D)M)
Bei der Copolymerisation von Ethylen und Propylen entsteht EPM. Setzt man auch ein Dien-Monomer ein, entsteht EPDM. EPM ist nur peroxidisch oder strahlenvernetzbar, EPDM kann sowohl peroxidisch als auch mit Schwefel vernetzt werden. Wichtige Merkmale, die auch die Eigenschaften der Polymere bestimmen, sind: Ethylengehalt, Diengehalt und Mol-Massenverteilung. Einsatztemperaturen: -50°C bis +120°C, in besonderen Fällen sind sogar bis +150°C möglich. Beständigkeit: sehr gut gegen Ozon und Witterung, Chemikalien, Hitze und Dampf (geringe Wasseraufnahme), außerdem gegen polare Lösungsmittel und Hydrauliköl. Helle EPDM-Mischungen sind UV-empfindlich.

Anwendungen: Profile, Schläuche, Kabel, Formartikel, Dachfolien.

Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR):
Es gibt zwei Copolymerisationsmöglichkeiten von Styrol und Butadien: in Emulsion (E-SBR) oder in Lösung. Es werden auch zahlreiche Varianten von Öl-, Ruß- bzw. Öl-/Ruß-gestreckten Typen hergestellt und angeboten.

Anwendungen: Reifen, Kabel- und die Elektroindustrie, Formartikel mit glatter Oberfläche, Brems- und Kupplungsbeläge, Transportbänder, Kleber, hellfarbige Press- und Spritzartikel.

Ethylen-Acryl-Elastomer (AEM)
AEM ist ein Copolymer aus Ethylen, Acrylat (z.B. Methylacrylat) und einem dritten, carboxylhaltigen Monomer, worüber die Vernetzung stattfindet. Die Vernetzung erfolgt peroxidisch odeer diaminisch. Eigenschaften: Hitze- und Ölbeständigkeit sowie gute Ozon- und Tieftemperaturbeständigkeit. Die Heißluftbeständigkeit liegt bei ca. 170°C, die Kältebeständigkeit - je nach Mischungsaufbau - bei -42°C bis -50°C (TgDSC). Bemerkenswert ist die konstante Dämpfungscharakteristik von -30°C bis +160°C.

Anwendungen: Schwingungsdämfer, Kabelmäntel, Isolierung von Motorkabelzuführungen, sonstige Schläuche aller Art, Dichtungen.

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